Von der Steinzeit bis heute: So hat Gold die Geschichte der Menschheit geprägt ✰ Goldmarkt.de

Von der Steinzeit bis heute: So hat Gold die Geschichte der Menschheit geprägt

Kein Material hat die Menschheitsgeschichte so sehr geprägt wie Gold. Seit Anbeginn der Zeit ist der Mensch dem Glanz des gelben Metalls erlegen und verwendet es seither für die Herstellung von Kultgegenständen, als Zahlungsmittel und nicht zuletzt als bewährten Wertspeicher. Ganze Kriege wurden bereits um Gold geführt, gar ganze Kontinente erobert. Grund genug, einmal in die Geschichte des Goldes einzutauchen.

5.000 v.Chr. - Die Anfänge in der Kupferzeit

Archäologische Funde beweisen, dass Gold bereits zum Ausgang der sogenannten Kupfersteinzeit in Mesopotamien, Anatolien sowie im Bereich des Schwarzen Meeres verarbeitet wurde. Ein Grund für die Attraktivität ist neben dem einzigartigen Glanz, der die frühen Zivilisationen fasziniert haben muss, auch die niedrige Verarbeitungstemperatur des Edelmetalls. Und so ist es kein Wunder, dass der älteste signifikante Goldfund von einem Gräberfeld in der Region des bulgarischen Warna stammt. Auch in Niederösterreich fand man im Rahmen des Depotfunds von Stollhof goldene Kunstgegenstände aus dem 4. Jahrtausend v.Chr.

3.000 v.Chr. - Das Gold der Pharaonen

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Eine erste kulturelle Blüte erlebte Gold im Reich der Pharaonen, die zwischen 2.600 und 1.500 v.Chr. mit dem professionellen Goldabbau begannen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass auch ein Großteil des Goldes, das in den Gräbern von Ramses, Tutanchamun und Echnaton gefunden wurde, aus den im damaligen Nubien gelegenen Goldminen stammt. Allerdings beschränkte sich die Goldnutzung im alten Ägypten noch auf religiöse und zeremonielle Gegenstände sowie Schmuck.

1.100 - 600 v.Chr. - Die ersten Goldmünzen finanzieren Eroberungszüge

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Das änderte sich gegen Ende des 2. Jahrtausends v.Chr., als in China erstmals mit Gold bezahlt wurde. Damals nutzte man für den Handel allerdings keine Münzen, wie wir sie heute kennen, sondern rechteckige Plättchen aus Gold. Der Legende nach gehen die ersten echten Goldmünzen auf den für seinen Reichtum berühmten König Krösus im 6. Jh. v.Chr. zurück, der damit den Startschuss für den großflächigen Goldabbau im Mittelmeerraum gab und so die Grundlage für die Handelsimperien von Römern, Griechen und Phöniziern legte.

Apropos Imperien. Natürlich spielte das nun als Zahlungsmittel verwendete Gold auch in Kriegen eine große Rolle. Wer ein großes Reich samt Volk und Armee unterhalten wollte, musste schließlich die Staatskassen füllen. Ein gutes Beispiel ist der einmalige Eroberungszug (334 - 323 v.Chr.) Alexanders des Großen. Dieser war auf seinem Zug nach Osten dazu gezwungen, reiche Städte und Königreiche zu überfallen, um seinen Feldzug fortsetzen zu können. Frei nach dem Motto: "Der Krieg nährt den Krieg."

800 - 1300 - Gold wird zur Währung der Handelsmetropolen

Nach dem wirtschaftlichen Wachstum in der Antike wurde Gold aufgrund seiner Seltenheit als Münzmetall zunehmend von Silber verdrängt. Um 800 n.Chr. begann allerdings eine Wende, als sich Karl der Große am Gold besiegter Königreiche bediente und zunehmend Goldmünzen prägte. Bis Goldmünzen gegenüber Silbermünzen wieder zu einer verbreiteten Handelswährung werden sollten, dauerte es allerdings noch bis ins 13. Jahrhundert. Damals begannen neben dem römisch-deutschen Kaiser Friedrich (1231 n.Chr.) auch die damaligen Finanzplätze Florenz und Venedig, im großen Stile Goldmünzen zu prägen, die sich teilweise bis nach Skandinavien, Arabien, Schwarzafrika und China verbreiteten.

1312 - 1337 - Der König von Mali lässt den Goldpreis purzeln

Während die reichsten Menschen unserer Zeit jedes Jahr im Forbes Magazin zu sehen sind, ist der reichste Mann des 14. Jahrhunderts nur den Wenigsten bekannt. Dafür ist genau dieser eine besonders interessante Person, da er der erste Mensch in der Geschichte war, der den Goldpreis der damals bekannten Welt im Alleingang stark beeinflusste. Auf seiner legendären Pilgerfahrt nach Mekka gab der König von Mali Mansa Musa so viel Gold aus, dass der Goldpreis vor allem in den heutigen Maghreb-Staaten, Ägypten und Arabien auf Jahrzehnte am Boden lag. Eine ähnliche Macht haben heute nur die großen Notenbanken der Welt.

1500 - 1700 - Goldrausch in der Neuen Welt

Parallel zu den Hochkulturen diesseits des Atlantiks entwickelten sich auch in Südamerika "Goldkulturen". Sowohl die Azteken als auch die Inka und Maya sahen Gold allerdings weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher. Hier dienten Pokale, Prunkmasken und Co lediglich als Kultgegenstände zu Ehren der Götter. Während das Gold für die südamerikanischen Hochkulturen keinen materiellen Wert hatte, sah das bei den europäischen Großmächten aus Spanien, Frankreich, Portugal und England ganz anders aus.

Mit der Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 begann der Goldrausch in Südamerika. Auf der Suche nach Reichtümern für die Krone gruben Konquistadoren wie Franzisko Pizarro und Hernan Cortez den halben Kontinent um und leiteten damit den Untergang der südamerikanischen Hochkulturen ein. Mit dem Goldtransport über den Atlantik begann auch das goldene Zeitalter der Piraterie.

So fokussierte sich England im 16. Jahrhundert beispielsweise darauf, die voll beladenen spanischen Schatzschiffe zu überfallen. Und so gelang es dem später zum Ritter geschlagenen Freibeuter Francis Drake innerhalb eines Jahres, so viel Gold zu erbeuten, sodass 20 Prozent der englischen Staatsausgaben gedeckt werden konnten. Ebenso wie im 14. Jahrhundert hatte die plötzliche Goldschwemme einen erheblichen Einfluss auf den Goldpreis in Europa.

1848 - 1849 - Der Kalifornische Goldrausch

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Glücksritter suchten immer wieder und überall nach Gold. Und so war es auch ein Zufallsfund von James W. Marshall, der im Jahr 1848 den großen Kalifornischen Goldrausch auslöste. Über Zeitungsartikel verbreitete sich die Kunde von dem großen Goldfund wie ein Lauffeuer, sodass sich von der Ostküste der USA unzählige Glücksritter auf den Weg nach Kalifornien machten, um dort nach Gold zu suchen. Allerdings wurden nur die Wenigsten bedingt durch den hohen Arbeits- und Materialaufwand wohlhabend. Wer vom Goldrausch hingegen wirklich profitiert hat, waren die berühmten "Schaufelverkäufer", die den Glücksrittern das notwendige Equipment für die Goldsuche verkauften. Ironischerweise wurden diese Händler von den Goldsuchern mit Goldnuggets bezahlt.

1900 - 1971 - Vom Goldstandard bis Bretton-Woods

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Um die Wende zum 20. Jahrhundert feierte Gold eine Renaissance als Münzmetall, zumal unter anderem das Deutsche Reich als erste Nation der Zeit im Jahr 1873 eine Goldwährung einführte. Gefestigt wurde diese Position im Jahr 1900 mit dem "Gold Standard Act", im Rahmen dessen der US-Dollar an Gold gekoppelt wurde. Im Rahmen der sich ausweitenden Weltwirtschaft und der Rolle des US-Dollars ließ sich die Bindung aber nicht aufrechterhalten, sodass die Goldbindung im Jahr 1971 durch US-Präsident Richard Nixon wieder aufgehoben wurde. Damit waren die Weichen für unser modernes Wirtschaftssystem gestellt. Allerdings rückte Gold in Form von Münzen und Barren zu dieser Zeit auch zunehmend ins Visier von Anlegern.

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